Du bist was Du isst…

Ich muss mal ein paar Wörtchen über den Dioxinskandal verlieren. Geht es denn an, dass man Tiere, die man hinterher selber essen will, mit „Industriefetten“ füttert? Was sind denn bitte überhaupt Industriefette… für mich hört sich das an wie ausrangiertes Schmieröl. Das kriegen die Hühner, die die Eier legen, die die feisten Betrüger dann unters ahnungslose Volk mischen, ja prost. Selbstverarschung in ihrer Vollendung.

Ein Glück ess ich sowieso kein Fleisch und auch nur Bio-Eier, hoffe also, dass die Sache mit dem Luxuskörper dieses Jahr noch klappt und ich nicht über die Dioxingrenze gerate.

Wobei diese Biosache ja auch nicht ganz ohne ist, wenn man mal nachdenkt. Man zahlt unfassbar viel mehr für den „Bio“-Stempel, und dann kommen die Äpfel aber vom anderen Ende der Welt. Nützt jetzt für die Ökobilanz auch nicht so richtig was.

Ich finds schwierig bis unmöglich, sich ganz ohne schlechtes Gewissen zu ernähren. Denn mein nicht vorhandener grüner Daumen und mein Vollzeitjob hindern mich schon a weng daran, mir alles, was ich brauche, selber zu züchten. Genaugenommen überlebt nichtmal mein Basilikum.

Aber frustrierend ist es schon, oder? So ähnlich wie meine Patienten, die ihren Körper jahrzehntelang mit Fastfood, Zigaretten und Alkohol malträtieren und dann sich über den Krebs wundern, den sie irgendwann kriegen.

So. Dieser Artikel klingt, als wäre ich ein Ökofreak-Missionar. Dem ist aber nicht so. Ich bin durchaus kein Kind von Traurigkeit was Junkfood und das ein oder andere gepflegte Bier zu viel angeht, aber ich finde man kommt schon ins Grübeln.

Schmieröl essen. Sind wir denn bekloppt oder was?

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3 Gedanken zu „Du bist was Du isst…

  1. Ich frag mich auch, wie sowas eigentlich sein kann.
    Das ist doch arm, daß wir unsere Nutztiere mit Rückständen von Schmieröl füttern müssen. Ich hätte das wirklich gern eher gewußt.
    Irgendwann in dieser Woche hieß es auch mal, auch in Bio-Eiern seien vor einigen Jahren erhöhte Dioxinwerte festgestellt worden. Anscheinend hat sich das damals gegeben? Kann sich das geben, wenn es heißt, daß die Pflanzen das Dioxin über den Boden aufnehmen?
    An welchem Punkt der Nahrungskette haben wir da nicht aufgepaßt?

    Mir tut es leid um die geschädigten Landwirte.

  2. Der Artikel ist zwar schon etwas älter *hust* aber ich wollte doch noch eben was dazu schreiben.
    Und zwar ist es so, wenn ich mich richtig erinnere, dass bei Bio-Eiern der Dioxinhöchstwert höher ist als bei zB Bodenhaltungseiern, weil die Tiere dadurch, dass sie draußen rum laufen, auch mehr Dioxin aufnehmen. Das ist nämlich überall drin, auch im Boden, und wenn die Hühner da scharren und picken, nehmen sie das auch auf.
    Ich glaube unser Tierernährungsprof sagte so etwas ähnliches wie: „Wenn sie sich mit Dioxin vergiften wollen, müssen sie Leber von Schafen essen, die an Flussrändern grasen.“

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