Pro-Tips für Patienten/2

Heute: der korrekte Umgang mit dem Notarzt.

Lieber Patient, liebe Patientin.

Wir sind für Sie da. 24/7, 365 Tage im Jahr. Unser Beruf ist im besten Fall Berufung, und wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können. Machen Sie ein bisschen mit. Wir wären Ihnen für folgendes dankbar.

1. Wenn Sie uns gerufen haben, weil Sie Luftnot haben, begrüßen SIe uns bitte nicht mit den Worten: „Darf ich noch eine rauchen bevor wir ins Krankenhaus fahren?“

2. Vermeiden Sie auf alle Fälle den Satz: „Ich hab das schon seit drei Wochen, aber jetzt mach ich mir doch langsam Sorgen, weil es nicht weg geht…“ Vermeiden Sie diesen Satz bitte vor allem um 3 Uhr nachts.

3. Wir sind gleich da. Wirklich. Sie brauchen uns nicht mit dem Auto entgegenzufahren. Vor allem nicht, wenn Sie uns gerufen haben, weil Sie betrunken waren und gestürzt sind.

4. Machen Sie uns doch die Tür auf. Auch wenn Sie es sich anders überlegt haben. Sonst befürchten wir, es ist etwas Schlimmes passiert. Dann machen WIR die Tür auf. Unter Umständen mit Kollateralschaden.

5. Tun Sie den Hund weg. Der ist bestimmt ganz lieb. Aber im Zweifelsfall trotzdem im Weg.

6. Rufen Sie uns, wenn Sie plötzlich Druck auf der Brust haben. Oder Luftnot. Oder eine Körperhälfte nicht mehr bewegen können. Dann brauchen Sie nicht zu warten, ob „es morgen besser ist“.

7. Wir nehmen Sie nicht mit ins Krankenhaus, weil uns sonst langweilig wäre. Wenn Sie sich so schlecht fühlen, dass Sie uns rufen, dann kommen Sie doch auch bitte mit, wenn wir denken, Sie gehören in die Klinik.

8. Drohen Sie uns nicht mit der Polizei. Bitte. Das ist doch nicht nötig. Und, kleiner Insider-Tipp: Die werden im Zweifelsfall auf unserer Seite sein.

Und wenn Sie uns wirklich einen Gefallen tun wollen und es Ihnen nicht zu schlecht dafür geht, sind wir sehr dankbar um eine Medikamentenliste und/oder den letzten Entlassbrief aus der Klinik. Echt jetzt.

Mit den allerbesten Grüßen!

Der Chirurgenwelpe.

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4 Gedanken zu „Pro-Tips für Patienten/2

  1. Ich habe da mal eine Frage. Ich habe Autismuskarte, Medikamentliste und den letzten Entlassbrief bzw. aktuelles „Gutachten“ des Arztes o. der Therapeutin immer in der Geldbörse. Wenn mir unterwegs etwas zustößt schauen die Retter meist nach der Börse um die Personalien festzustellen, stoßen also eventuell auf die Papiere.. Mal angenommen zu Hause geschieht mir etwas und ich bin recht nennen wir es „dissoziiert“ weil die Situation mich überfordert. Denken die Retter an die Geldbörse bzw. nehmen die Handtasche mit?

    • Hallo Herzchaosmama,
      also mit diesen Papieren in der Geldbörse bist du ja schon mal vorbildlich ausgestattet! Das ist perfekt. Höchstwahrscheinlich würden die Retter, sollte bei dir zu Hause etwas passieren, zumindest nach der Versichertenkarte oder dem Personalausweis fragen, die ja bestimmt auch im Portemonaie sind. So dass dann quasi der Weg schon gebahnt ist, wenn die Geldbörse dann mit dir auf dem Weg ins Krankenhaus ist. Ob da dann jemand noch weiter guckt und die Unterlagen findet, weiss ich nicht, das kommt wahrscheinlich auf die Situation an, wie sehr du das z.B. noch mitsteuern könntest oder wie viel Zeit ist. Auf jeden Fall, wie gesagt, hast Du schon mal beste Voraussetzungen geschaffen! Ich drück die Daumen dass das für immer theoretische Überlegungen bleiben.
      VG, der Welpe

  2. Ich hatte z.B. nen schlechtes Gewissen dass ich den Rettungsleuten noch entgegen laufen konnte… und nicht halb tot in der Ecke lag… aber ohne die wäre ich bei Tiefschnee und übelsten Schmerzen nicht in die Klinik gekommen… dachte mir trotzdem die ganze Zeit „Du kannst noch laufen… eigentlich könntest die 2 km auch selbst gehen…“ Busse und Taxen fuhren nicht… meine Family hatte sich festgefahren… Den Rettungswagen hab ich nicht mal selbst gerufen… sondern ne Freundin von 250km weit weg… Wie ich nach Hause gekommen bin weiß ich nicht mal mehr o.o

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