Freitagsfüller/5

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1. Meine Nachbarn haben einen wunderschönen Garten. Zum Glück kann ich vom Balkon aus draufgucken.

2.  Dieses Motto-T-Shirt, damals, in der 10. Klasse, das war ein Fehlkauf..

3. Es hört sich vielleicht komisch an, aber das ist genau so passiert! Ehrlich jetzt.

4.  Nach genug kommt zuviel.

5. Ich habe immer gedacht, es heißt Lift-Fass-Säule. Stimmt aber gar nicht. Ist ein Eigenname. Nach dem Erfinder Ernst Litfaß. Meine Vorstellung war, dass in diesen runden Dingern, die aussehen wie ein Fass, ein Aufzug in eine geheime Welt unter unserer versteckt ist. Naja. 

6. Anästhesistenwitze finde ich total witzig.

7. Was das Wochenende angeht, ich hab frei und werde wegfahren! Hurra. 

Ihr kennt das ja schon. Den wöchentlichen Freitagsfüller findet ihr hier wenn ihr auch wollt!

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Lernen, Lernen, Popernen

Am Wochenende war ich mal wieder auf dem NEF unterwegs. Wie immer gab es Heiteres, Aufregendes, Spannendes, Schönes und Trauriges. Einiges findet sich vielleicht in diesem Blog wieder, wenn ein bisschen Zeit vergangen ist.

Dieses Mal hatte ich aber einen Praktikanten dabei. Also einen Kollegen, der seine Fahrten sammelt, damit er selber Notarzt werden kann. Bei uns muss man (zusätzlich zu anderen Anforderungen, selbstverständlich), um die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin zu erwerben und sich damit selber für das schnelle Auto mit dem Blaulicht zu qualifizieren, 50 Einsätze mit einem erfahrenen Notarzt (in diesem Falle also ich, hüstel) mitfahren. Der Praktikant war ein sehr netter, motivierter junger Kollege. Hat Spaß gemacht. Und hat mir gezeigt, wieviel ich in den letzten 1,5 Jahren dann doch irgendwie gelernt habe.

Als der Melder -stilecht beim Frühstück- zum ersten Mal gerappelt hat („V.a. auf Apoplex“), ist der Junge wie von der Tarantel gestochen aufgesprungen und saß schon im Auto, bevor ich überhaupt den Impuls „Aufstehen“ an meine müden Glieder gegeben hatte. Ziemlich blass um die Nase war er, der Gute. Ich habe ihn dann machen lassen -hat er gut gemacht- und das Ganze wohlwollend aus dem Hintergrund beobachtet. Und habe mich, während er mit roten Bäckchen um den Patienten herumgesprungen ist, so sehr an meine Anfänge erinnert gefühlt.

Damals… als ich noch klein war. Mein erster Notarztdienst ganz alleine dauerte 12 Stunden. Von 1/2 8 bis 19:30 Uhr. Mann, war ich AUFGEREGT! Ich habe selbstredend die ganze Nacht davor nicht geschlafen. Morgens um 6 war ich gestriegelt und gespornt in meinen nagelneuen Notarztklamotten und den bis dahin ungetragenen Haix Airpower X1. Eine liebe Freundin hat mich zur Wache gefahren. Meine Herzfrequenz lag bei etwa 300 bpm. Es gibt ein Foto von diesem denkwürdigen Morgen, und ich gucke original wie ein Reh im Fernlicht, kurz bevor es vom Auto erfasst wird. Eine Mischung aus Panik, Resignation und noch ein bisschen Panik. Und NOCH ein bisschen Panik.

Da stand ich dann also, an der Rettungswache. Vor dem NEF. Vor MEINEM Notarzt-Einsatz-Fahrzeug. Argh.

Die nächsten vier Stunden hatte ich ganz entspannt Zeit, mich weiter reinzusteigern in meine Angst, denn WIR HATTEN KEINEN EINSATZ. ARGH. Ich wollte es irgendwann einfach hinter mir haben. Ich wollte zum ersten Mal den Melder quittieren, mich ins Auto setzen und zur Einsatzstelle gefahren werden. Naja. Das dauerte. Stattdessen holte mich die Müdigkeit ein und ich nickte immer wieder auf dem Sofa weg. Aber nur kurz, dann flammte dieser EINE Gedanke wieder auf. Ich bin DER NOTARZT. Wenn jetzt da draußen irgendwas passiert, dann werde ICH angerufen. Dabei kann ich doch GAR NIX!!! Und zapp, war ich hellwach und der Puls ging wieder durch die Decke.

Naja. Und so weiter. Letzlich habe ich überlebt, meine Patienten auch, und alles wurde gut.

Versteht das nicht falsch: Ich bin nicht gleichgültig geworden. Eine gewisse Grundspannung ist  immer noch vorhanden, wenn ich mit dem NEF unterwegs bin. Und ich hoffe die bleibt auch. Ich lerne viel, immer noch, immer wieder. Und natürlich bin ich immer mal wieder immer noch SEHR aufgeregt (siehe ein paar Posts weiter unten). Aber was ich mittlerweile kann, ist, mich zwischendurch zu entspannen. Und mir selber zu vertrauen. Das ist eine ganze Menge wert.

Letztlich ist es eigentlich wie immer, wenn man irgendetwas lernt. Beim ersten Mal ist es noch ganz aufregend und besonders und wild, und irgendwann macht man es einfach. Ob es jetzt ums Viggo-Legen geht, ums Notarzt-Fahren, um den ersten Arbeitstag, das erste Date oder ums Autofahren. Man muss nur „das erste Mal“ überstehen, dann klappt das schon. Und irgendwann ertappt man sich dann dabei, dass man Dinge, über die man vorher ewig gegrübelt hat, selbstverständlich tut. Und gar nicht darüber nachdenkt. Bam.

 

Und eure „ersten Male“ so? Erzählt mal!

P.S.:… Ich bin gespannt, was da wieder für Suchanfragen eintrudeln werden bei dem Stichwort 😉

Wuha…

da ist das Wochenende schon rum, ich hab den Freitagsfüller verpasst, nix geschrieben, dafür nen NEF-Doppeldecker hinter und vor mir (also Samstag-Montag) und eine kleine Tour nach Mitteldeutschland. Man liest sich, bald wieder, versprochen!

Mal wieder was für die Blogroll

Mir ist heute morgen aufgefallen: Monsterdoc war da noch nicht. Geht natürlich GAR nicht. Da hat er extra seine Osterpause unterbrochen, um über 116117 zu schreiben. Endlich jetzt also auch in meiner Blogroll vertreten.

Und bei der Gelegenheit verlinke ich auch gleich mal die IsaBo. Eine Übersetzerin, Autorin auch ein bisschen und Patentante von Buddenbohms Sohn II. Auch immer wieder schön zu lesen, viele Buchtipps. Ab und zu macht sie Sachen, über die sie dann berichtet. Wacken zum Beispiel. Oder Sedgeway fahren. Oder so. Großartig. Und, seit ich ihr Blog kenne schaue ich IMMER nach den Übersetzern wenn ich ein Buch lese 🙂

Das beste Auto der Welt übrigens hatte nichts Schlimmes. Dafür hat es jetzt wieder seine heissen Sommerschläppchen an. Hurra.

 

Edit: ARGH! Die Laborfee! Die gehört auch auf meine Blogroll!

Ich und mein Auto…

Wäre mein Auto mein Kind und wir Kinderdoks Kundschaft, so würde er nach der Aktion heute sicherlich in einem seiner nächsten Bloggereien über mich herziehen… die Sache ist nämlich die:

Heute ist mir aufgefallen, dass mein Auto tropft. Hinter der linken Vorderpfote dem linken Vorderreifen kommt was raus. Flüssig. Nicht viel, riecht nicht nach Benzin, aber es tropft. Ich natürlich sofort maximal besorgt. Argh. Auto krank. Argh. Also bei Werkstatt angerufen, Problem geschildert. Die so: „Wir stellen keine Diagnosen über das Telefon.“ Ich so: „kommt mir bekannt vor, dann komm ich wohl vorbei.“ Die so: „Die Ambulanz Die Werkstatt ist aber ganz schön voll.“

Naja, nützt nix, muss trotzdem. Ich also hingefahren, Problem geschildert. „Bei der Gelegenheit, könnten Sie vielleicht auch noch eben die Inspektion machen und die Reifen wechseln? Müssten ja doch auch wieder Sommerreifen drauf!“ Der Werkstattfritze sucht offensichtlich nach einer mobilen Tischkante, um drauf zu beissen, besinnt sich aber eines Besseren und nickt schließlich mit zusammengebissenen Zähnen. „Ich hol den Kleinen morgen ab, ja? Passen Sie mir gut drauf auf!“ Der Werkstattfuzzi möchte mir wehtun, denke ich. Ich gehe daher besser. Ein Glück habe ich nicht auch das Fahrrad zwecks Check-Up mitgenommen. Wäre wahrscheinlich nicht so gut angekommen. Jetzt bin ich autolos. Und mach mir Sorgen um meinen kleinen Racker. Naja, wird schon werden….

Geschichten vom NEF

Es ist Sommer. Wir sitzen vor der Wache und lassen uns bei einer kalten Cola die Sonne auf den Pelz scheinen. Wie immer, wenn es extrem gemütlich ist und man gerade denkt „geht ja eigentlich, heute….“ rappelt der Melder. Gnah. Wir rappeln auch, und zwar uns auf. Meine heutige bessere Hälfte, Karl, einer meiner liebsten Rettungsassistenten, hat auf dem Weg zum Auto etwas Vorsprung, weil ich noch meine Schuhe anziehen muss. Er schaut zuerst auf seinen Melder und wird plötzlich arg flink, dafür, dass er ein alter Hase ist und ihn eigentlich nichts so schnell aus der Spur bringt. Ich hechte hinterher und schaue erst im Auto auf den Text. Da steht: Leblose Person, Kind 6-12 Jahre, Freibad xy.

Während wir mit heulendem Horn und Blaulicht losheizen, wird mir heiß und kalt abwechselnd. Argh. Ein Kind. Argh, leblos. Argh, im Freibad. Ganz schlecht. Ich möchte nach Hause. Am besten zu meiner Mama. Am allerbesten zurück in den Uterus.

Über Funk erhalten wir die Information, dass das Kind aus dem Wasser gezogen wurde und durch die Bademeister reanimiert wird. SO schnell war ich noch nie unterwegs, in der Stadt. Karl hat die Zähne zusammengebissen und jagt unser NEF durch den Nachmittagsverkehr. Ich versuche, mir die Kinderreanimationsleitlinien und Dosierungen für die gängigen Medikamente ins Gedächtnis zu rufen – aber gerade könnte ich gefühlt wohl noch nicht einmal meinen Namen fehlerfrei schreiben. Karl wirft mir einen kurzen Seitenblick zu. Ich muss furchtbar eingeschüchtert aussehen. Er murmelt: „Das wird schon, Mädchen!“ und legt nochmals einen Zahn zu. Selbstredend befindet sich das betreffende Freibad am anderen Ende unseres Wachgebietes. Der Weg dahin dauert EWIG und doch sind wir dann plötzlich schon da. Vor dem Freibad zwei Satellitenübertragungswagen von irgendwelchen Geiern, die den Funk abgehört haben. Ich bemerke sie nur deshalb, weil sie uns fast die Einfahrt versperren. Wir fahren soweit wie möglich auf das Gelände. Auf den ersten Blick nichts Besonderes, Menschen auf den Wiesen, Picknicks, Musik, wie das halt so ist im Freibad. Auf den zweiten Blick aber doch ganz anders. Das Schwimmerbecken ist leer. Kaum Gespräche, überall atemlose Stille, ungläubiges Schweigen. Da, am Beckenrand, ein Knäuel Menschen. Ich springe aus dem Auto noch bevor wir stehen. „Ich geh schonmal!“ Karl nickt nur und holt den Kindernotfallkoffer aus dem hinteren Teil des NEF – ich sprinte derweil schon über die Wiese. Extrem unprofessionell, ich weiß, aber das ging nicht anders. Etwas atemlos komme ich am Knäuel an, welches sich für mich teilt, ich renne bis in die Mitte und sehe ein zartes Mädchen, es liegt auf dem Boden auf einer Decke und … es weint. Es schreit bitterlich und weint und weint. Ein Brocken in Größe des Mount Everest fällt mir vom Herzen. Erstmal durchatmen. Wer weint, lebt. Wer weint, muss nicht reanimiert werden. Gut. Puh. Dann gucken. Das Kind zittert, die beiden Bademeister nicht minder, meint man. Während Karl nun auch eintrifft und Sättigung (gut), EKG (schnell, aber ok) und eine Decke am Kind anbringt, versuche ich die Lungen abzuhören. Aber bei dem Gebrülle? Keine Chance. Wir wickeln die Kleine gut in die Decke ein und tragen sie in Richtung des mittlerweile eingetroffenen RTW. Die Bademeister erzählen, sie hätten das Kind im Wasser treibend gefunden, auf dem Bauch, es schnell an Land gezogen und bei fehlenden Atembewegungen begonnen, zu reanimieren. Daraufhin habe die Kleine dann angefangen zu schreien. Und dann wären wir schon da gewesen. Ah. So schnell ging das? Wie erwähnt ist mein Zeitempfinden komplett aufgehoben. Die Kleine ist mittlerweile im maximal aufgeheizten RTW, bekommt eine warme Infusion und ein Kuscheltier und beruhigt sich langsam. Ich kann nun sogar auf ihre Lunge hören, ein bisschen Rasselgeräusche, sie wird sicherlich Wasser verschluckt haben. Gut. Nicht lang schnacken, ab auf die Kinderintensiv. Während Karl uns dort anmeldet, fällt mir noch ein klitzekleines Detail ein. Dieses Kind war sicherlich nicht alleine hier. Wo sind die Angehörigen? Mutter? Vater? Letztlich findet sich ein relativ verstörter Onkel, den wir nach kurzer Info im RTW mitnehmen.

Problemlos geben wir die Kleine auf der Intensivstation ab. Den Teddy darf sie selbstverständlich behalten. Und wir, wir gönnen uns erstmal ein RICHTIG großes Eis.

 

Freitags-Füller/4

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1. Ich kann’s nicht glauben, bald gibt es dieses Blog schon zwei Jahre. Und das andere, alte, noch viel länger. Weia.

2.  Ostereier verstecken oder suchen, welcher Teil ist schöner?

3.  Wie kann ich lernen, lernen… popernen… äh. Heißt es der Blog oder das Blog? Wo lerne ich das?

4.  Bald koch ich was aus meinen tausend Kochbüchern für meine Freunde. Echt jetzt.

5. Am Ostermontag ist alles vorbei ach nee, das war ja der Aschermittwoch. Am Ostermontag hab ich frei. Hurra.

6. Ballerinas ohne Socken. Bald. Bald. Wenn der Frühling wirklich da ist.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein paar entspannte Stunden mit Rotwein vor dem Kamin (für irgendetwas muss dieses Wetter ja gut sein…) , morgen habe ich nix geplant, muss aber arbeiten und Sonntag möchte ich zum Osterbrunch zu den Eltern fahren !

Ihr kennt das, mittlerweile, mit dem Freitagsfüller! Einfach hier klicken und auch mitmachen!