Lernen, Lernen, Popernen

Am Wochenende war ich mal wieder auf dem NEF unterwegs. Wie immer gab es Heiteres, Aufregendes, Spannendes, Schönes und Trauriges. Einiges findet sich vielleicht in diesem Blog wieder, wenn ein bisschen Zeit vergangen ist.

Dieses Mal hatte ich aber einen Praktikanten dabei. Also einen Kollegen, der seine Fahrten sammelt, damit er selber Notarzt werden kann. Bei uns muss man (zusätzlich zu anderen Anforderungen, selbstverständlich), um die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin zu erwerben und sich damit selber für das schnelle Auto mit dem Blaulicht zu qualifizieren, 50 Einsätze mit einem erfahrenen Notarzt (in diesem Falle also ich, hüstel) mitfahren. Der Praktikant war ein sehr netter, motivierter junger Kollege. Hat Spaß gemacht. Und hat mir gezeigt, wieviel ich in den letzten 1,5 Jahren dann doch irgendwie gelernt habe.

Als der Melder -stilecht beim Frühstück- zum ersten Mal gerappelt hat („V.a. auf Apoplex“), ist der Junge wie von der Tarantel gestochen aufgesprungen und saß schon im Auto, bevor ich überhaupt den Impuls „Aufstehen“ an meine müden Glieder gegeben hatte. Ziemlich blass um die Nase war er, der Gute. Ich habe ihn dann machen lassen -hat er gut gemacht- und das Ganze wohlwollend aus dem Hintergrund beobachtet. Und habe mich, während er mit roten Bäckchen um den Patienten herumgesprungen ist, so sehr an meine Anfänge erinnert gefühlt.

Damals… als ich noch klein war. Mein erster Notarztdienst ganz alleine dauerte 12 Stunden. Von 1/2 8 bis 19:30 Uhr. Mann, war ich AUFGEREGT! Ich habe selbstredend die ganze Nacht davor nicht geschlafen. Morgens um 6 war ich gestriegelt und gespornt in meinen nagelneuen Notarztklamotten und den bis dahin ungetragenen Haix Airpower X1. Eine liebe Freundin hat mich zur Wache gefahren. Meine Herzfrequenz lag bei etwa 300 bpm. Es gibt ein Foto von diesem denkwürdigen Morgen, und ich gucke original wie ein Reh im Fernlicht, kurz bevor es vom Auto erfasst wird. Eine Mischung aus Panik, Resignation und noch ein bisschen Panik. Und NOCH ein bisschen Panik.

Da stand ich dann also, an der Rettungswache. Vor dem NEF. Vor MEINEM Notarzt-Einsatz-Fahrzeug. Argh.

Die nächsten vier Stunden hatte ich ganz entspannt Zeit, mich weiter reinzusteigern in meine Angst, denn WIR HATTEN KEINEN EINSATZ. ARGH. Ich wollte es irgendwann einfach hinter mir haben. Ich wollte zum ersten Mal den Melder quittieren, mich ins Auto setzen und zur Einsatzstelle gefahren werden. Naja. Das dauerte. Stattdessen holte mich die Müdigkeit ein und ich nickte immer wieder auf dem Sofa weg. Aber nur kurz, dann flammte dieser EINE Gedanke wieder auf. Ich bin DER NOTARZT. Wenn jetzt da draußen irgendwas passiert, dann werde ICH angerufen. Dabei kann ich doch GAR NIX!!! Und zapp, war ich hellwach und der Puls ging wieder durch die Decke.

Naja. Und so weiter. Letzlich habe ich überlebt, meine Patienten auch, und alles wurde gut.

Versteht das nicht falsch: Ich bin nicht gleichgültig geworden. Eine gewisse Grundspannung ist  immer noch vorhanden, wenn ich mit dem NEF unterwegs bin. Und ich hoffe die bleibt auch. Ich lerne viel, immer noch, immer wieder. Und natürlich bin ich immer mal wieder immer noch SEHR aufgeregt (siehe ein paar Posts weiter unten). Aber was ich mittlerweile kann, ist, mich zwischendurch zu entspannen. Und mir selber zu vertrauen. Das ist eine ganze Menge wert.

Letztlich ist es eigentlich wie immer, wenn man irgendetwas lernt. Beim ersten Mal ist es noch ganz aufregend und besonders und wild, und irgendwann macht man es einfach. Ob es jetzt ums Viggo-Legen geht, ums Notarzt-Fahren, um den ersten Arbeitstag, das erste Date oder ums Autofahren. Man muss nur „das erste Mal“ überstehen, dann klappt das schon. Und irgendwann ertappt man sich dann dabei, dass man Dinge, über die man vorher ewig gegrübelt hat, selbstverständlich tut. Und gar nicht darüber nachdenkt. Bam.

 

Und eure „ersten Male“ so? Erzählt mal!

P.S.:… Ich bin gespannt, was da wieder für Suchanfragen eintrudeln werden bei dem Stichwort 😉

Advertisements

32 Gedanken zu „Lernen, Lernen, Popernen

  1. darf ich fragen, welche Art von chirurgischen Schnippler-Facharzt du machst? Unfallchir? Oder machst du NEF einfach nebenher, um noch was anderes als nur OP zu sehen?

    Würde mich später vllt auch interessieren, wobei mich die Schockraumversorgung fast noch mehr reizt. (Oder doch Hubschrauber 😀 )

  2. Man darf sich nie zu sicher sein…
    Hab vor kurzem draussen einen intubieren wollen, was der aber nicht wollte.
    Natürlich, Präklinisch immer erwartet schwieriger Atemweg, aber der war dann doch schwieriger als primär angenommen (nicht fett, hatte Kinn und Hals, ging eigentlich alles…) Hab also das erste mal im Reddungsdienst eine Larynxmaske geschoben und bin sehr SEHR schräg auf Inneren Intensiv angeguckt worden.
    Die haben’s dann selber nochmal probiert und kurz darauf rannte ein narkosiologischer Oberarzt mit der Fiberoptik durchs Haus… Herrlich.

    Und genau davor hatte ich bei meiner ersten Intubation in freier Wildbahn auch total Schiss. Als das Succi wirkte ging mir von der Aspiration über die ventrale Trachealperforation bis zum üblichen CICV so ziemlich alles durch den Kopf – in dem Bewusstsein, das der OA mit Fiberoptik weit, wirklich weit weg ist.
    Hat zwar alles fein geklappt, hat mich trotzdem fertig gemacht 🙂

    • Da haste recht. Zu sicher ist auch doof, aber keine Sorge, davon bin ich weit weit weg… als Nicht-Anästhesist stelle ich die Indikationen für eine präklinische Intubation sowieso *sehr* eng. Und mach mir dabei auch jedesmal ein bisschen ins Höschen 😉 Bislang hat es zum Glück immer hingehauen, toitoitoi, aber wir haben auch Larynxtuben auf den Autos. Immer gut, eine Rückfallebene zu haben.

      Schätzelein, ich habe Kinn und Hals!

        • Bei den Schlafmediz— äh, Anästhesisten ist das schon wichtig, weil Patienten mit fliehendem Kinn und/oder kurzem, dicken Hals oft schwierig zu intubieren sind. Gut, wenn man sich dann vorher drauf einstellt.
          Aber beim DocV klangs gerade echt arg nach Horst Schlämmer, oder? 🙂

        • Ich hab mal bei einem Patienten, den ich prämediziert habe zum Thema Atemweg „Anatomie nach Franz Josef Strauß“ aufs Narkoseprotokoll geschrieben.
          Das gab ein bisschen Theater, allerdings auch viel Gelächter und alle wussten, was sie erwartet..

  3. Hubschrauber willste doch nur wegen des coolen und sexy Image fliegen 😀 Dazu fällt mir übrigens ein, dass ich unbedingt mal mit einem Hubi fliegen wollte, hab das dann mal machen können und fand es nach der ersten Euphorie (dieses Miami-Vice-Feeling) ziemlich ätzend.

    Ich finde, dass Dein „erstes Mal“ zu recht hölle aufregend ist, denn es ist ein Notfall und Du weißt nicht, was Dich erwartet. dagegen waren meine ersten Male reichlich unspekta *hüstel* Aber ich hatte letztes Jahr noch sowas, bin als Ehrenamtliche in einer Kinderklinik unterwegs und da dachte ich auch, wie schön es wäre, in Umgebung und Abläufen schon Routine zu haben. Naja, wie gesagt, unspekta…

    • *ertappt*

      Ich finde alle ersten Male sind aufregend, und alle ersten Male kosten Überwindung. Wenn man an seine Grenzen geht, ist das immer etwas Besonderes. Egal ob der Schritt jetzt objektiv ein kleiner Hüpfer oder ein Siebenmeilenstiefelschritt ist.

      • Da hast Du recht, aber an meinen Grenzen war ich damit gottlob noch nicht 🙂
        Eine unerläßliche Vorraussetzung bei unseren Piloten ist ja die sog. Panikresistenz, und da vermute ich oft, dass ich die nicht wirklich habe. Und dass dieser Mangel, bei aller Liebe zur Medizin, mich vermutlich auch zu einer grottigen Medizinerin gemacht hätten.. 😦

  4. In meinem halben pädiatrischen Jahr zum Allgemeinmediziner hatte ich bei den Diensten in der Kinderklinik auch regelmäßig die Hosen voll… 😉

    Kinder ist immer was anderes…

    Nebenbei war ja quasi noch Sprechstunde, weil viele Eltern es schöner fanden, im Krankenhaus sofort bedient zu werden als in der Kinderarztpraxis warten zu müssen. Aargh. Hatte mir dazu im Vorfeld geschworen, jeden einzuweisen um auf der sicheren Seite zu sein…hatte natürlich nicht funktioniert, da Rechnung ohne Wirt (= Eltern) gemacht…
    Erstaunt war ich, wie sich die Anspannung doch recht schnell gelegt hatte und sehr bald getraute ich mir auch, die ambulanten Eltern mit Kind wieder wegzuschicken (nach Behandlung, versteht sich).

    Traumatisches Erlebnis war böser Kreißsaal (Notsectio, 26. SSW), der mir das 500g-Kind übergab während von meinem Hintergrund weit und breit nichts zu sehen war (*schweißtropf*). War aber alles gut gegangen, konnte die Kleine nach zehn Minuten mit über 90%tiger O2-Sättigung an meinen Hintergrund abgeben –> Ritterschlag in der Pädiatrie :-)) aber bitte-danke NIE WIEDER!!!!!!!!!!

  5. Meine ersten Male sind noch gar nicht so lange her..Das erste Mal Fersenblut abnehmen bei einem Frühchen. Ich wäre fast gestorben. Ausgerechnet ich oller Trampel sollte bei einem so winzigen Geschöpf Hand anlegen und das auch noch -dem Himmel sei Dank- völlig ohne Übung, unter den Augen der Eltern. Ich bin davor erstmal drei Runden panisch über die Station gerannt.
    Dann Laborwechsel. Nun arbeite ich ganz allein. Der erste Tag allein hier im Labor (nach genau 10 Tagen Einarbeitung) war der Horror. Von allem quasi nur halbe Ahnung, war meine größte Sorge, dass ich nicht ausversehen den Laden abfackele oder einen falschen Messwert freigebe und deswegen ein Patient hopps geht (zweite Angst ist in abgeschwächter Form bis heute gegenwärtig 🙂 ).
    Ich bin hier rumgelaufen wie ein kopfloses Huhn und habe versucht größtmögliche Kompetenz bei völliger Ahnungslosigkeit auszustrahlen. Scheint geklappt zu haben, denn ich bin immernoch hier. 😀

  6. Ich komme aus einem ganz anderen Gebiet (olle Geisteswissenschaftlerin) und wollte dir einfach mal sagen, dass ich deine Schreibe ganz großartig finde. Lese schon eine Weile still mit und finde deine Geschichten, den Blick hinter die Kulissen total interessant. Freu mich auf deine nächsten Erzählungen!
    Ich habe übringens auch erste Male, bei denen ich vor Nervosität am liebsten im Erdboden versunken wäre. Unseren Ministerpräsidenten interviewen, zum Beispiel. 50 andere Journalisten, fast alles Männer mittleren Alters und dann eine ziemlich junge Frau dazwischen – das war ich. Gar nicht so leicht, sich zu behaupten und die richtigen Töne mit in den Sender zu nehmen 🙂 Und weil ich wusste, wie ätzend so eine Pressekonferenz sein kann, war ich die nächsten fünf Male noch fast genauso aufgeregt…

  7. Uahh, kann ich SO gut nachvollziehen, ehrlich.
    Wie du schon sagst – eine gewisse Grundspannung bleibt, ich würde es erhöhte Aufmerksamkeit nennen. Die ist sicher nie verkehrt und schützt uns vor Flüchtigkeitsfehlern.
    Aber es ist doch auch gut und sinnvoll, dass man sich beim zweiten, dritten, vierten… Mal anfängt zu „entspannen“. Es wird alles routinierter, sicherer, gelassener – ohne jedoch nachlässig zu sein.
    Das ist die Kunst. Und das macht uns in unserem jeweiligen Beruf einfach gut. Diese „Über-Erregtheit* vor oder bei dem ersten Mal würde kein Mensch über Jahre hinweg aushalten – da würde ich sonst schon fast vom verkehrten Beruf sprechen wollen 😉
    Und natürlich erwischen uns außergewöhnliche Einsätze/ Aufgaben auch nach Jahren noch mal „eiskalt“ und es fühlt sich an wie beim ersten Mal. Völlig normale Reaktion, wir sind ja zum Glück Menschen und keine Maschinen 🙂

    Liebe Grüße,
    Conny

  8. Bei meinem „erstes Mal“ war nur ein Notarzt dabei, ich nur als kleiner Sanitätshelfer, also meine erste Einsatzfahrt mit Blaulicht.
    Eigentlich wollten wir zu dritt zu einem Sanitätsdienst fahren, ich wurde mit dem Einsatzfahrzeug zu Hause abgeholt. Ich komme zur Haustür raus und plötzlich hieß es „mach mal schneller, wir kriegen einen First Responder zwei Straßen weiter“. Ich hüpfte ins Auto und dachte während der Fahrt noch, dass ich mich auf jeden Fall im Hintergrund halten werde (ich war 15 und hatte 2 Erwachsenen vorne im Auto sitzen, einer davon RS; es gab keine Information, was uns dort erwartet). Am Einsatzort angekommen verschwindet der Beifahrer, ich muss die Ausrüstung reinschleppen. Es war ein Krampfanfall, nun in der Nachschlafphase. Das NEF kam 5 Mnuten später, der Rettungswagen kurz danach. Wir verabschiedeten uns, haben den verloren gegangenen Kollegen eingesammelt und sind weiter zum Sanitätsdienst gefahren.

    Inzwischen bin ich 17, stecke mitten im Abi und möchte dann Medizin studieren, danach weiter Richtung Anästhesie und Notarzt gehen.

    Bisher habe ich immer stumm mitgelesen, wollte jetzt aber doch meinen Senf dazugeben.

  9. Mein erstes Mal war als Praktikantin im Medizinstudium. Problem war nur dass ich während der ganzen Fahrten nicht wirklich Einsatzbereit war. Trotz Adrenalin pur war mir immer so schlecht dass ich beim Ankommen erstmal in die Büsche musste d.h Erstmal kotz, dann schluck Wasser, zum Patienten…. dann zurück das Gleiche.

    Ich habe es nach dem siebten mal sein lassen und dann nur in der Notaufnahme gewartetet. Wird sowas mit der Zeit besser?

  10. Wunderbar geschrieben, wieder mal! Auch ohne das Gesicht zu kennen, finde ich die Beschreibung von Reh und Scheinwerferlicht sehr bildlich… (:
    Ich komm auch aus einer ganz anderen Ecke und hatte vor knapp drei Wochen meine Premiere: Das erste Mal Uniseminar von der anderen Seite, sozusagen. Mit knapp drei Wochen Vorwarnung und ’nem Haufen anderer Arbeit auf dem Schreibtisch – natürlich mit Fristen ein paar Tage später – ein Seminar leiten. *schluck*
    Es war höllisch anstregend, mein (ohnehin schon) großer Respekt vor allen Lehrenden ist ins nahezu Unermessliche gestiegen – aber es ging gut, es gab sichtbare Erfolge bei den Studis und mir hat es echt Spaß gemacht!
    Liebe Grüße, dodo

  11. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wann ich meinen ersten Dienst hatte, in dem ich auch wirklich GESCHLAFEN und nicht nur im Status Adrenalinus vor mich hin gehämmert habe. Das hat ganz schön gedauert, aber seit dem isses auch gut.
    Respekt, ja, aber Angst hab ich nur noch davor, dass mir der Himmel mal auf den Kopf fällt… 😉

  12. Mein erstes Mal steht kurz bevor, und wenn ich lese, was ihr alles hattet, ist das ja sowas von Pipfax, wovor ich Schiss hab. Mein erstes Praktikum steht an, wo ich mich richtigen, echten Patienten arbeiten werde! *Hilfe*

  13. Also ich schreib` auch zum ersten Mal hier, insofern ist auch irgendwie das erste Mal für mich. 😉
    Wollte mich ursprünglich zu einem anderen Schnippel-Thema informieren und bin dann ganz zufällig hier gelandet, was sich dann aber wirklich als absoluter Glücksklick herausgestellt hat. Als Sprachakrobat hab` ich mich hier sofort festgelesen, denn du hast echt eine vortreffliche Schreibe, auch für Nicht-Mediziner sehr interessant. Insofern käme vielleicht auch eine Germanistenkarriere in Frage… 😉 Bei der Nummer mit dem Reh hab` ich mich jedenfalls fast weggeschmissen…
    Die Berichte von den Einsätzen/Diensten finde ich superspannend, fast so, als ob man selbst dabei wäre. Hat auf jeden Fall Suchpotenzial, ertappe mich gerade dabei, wie ich zwei Stunden hier (und auf dem alten Blog) rumgelesen habe. Vielleicht machst du ja mal ein Buch draus.

    Weiter so!

  14. Mein früherer Hausarzt erzählte gelegentlich von seinem ersten Notarzteinsatz als er noch jung und kein Hausarzt war.

    Ein Schlachter wurde leblos in einer großen Blutlache gefunden. Als Notarzt suchte er sich zuerst einen Wolf um die Verletzung zu finden aus der das Blut kam. Schlachter, große Messer, Beile, usw. und viele Blut, da lag die Annahme nahe, er hätte sich irgendwo (etwas ab)geschnitten. Irgendwann, nachdem er sich schon gut mit Blut eingesaut hatte, merkte er, dass das Tierblut war, der Schlachter einen Herzstillstand hatte und beim Umfallen vermutlich eine Wanne mit Tierblut umgerissen hat. Dummerweise funktionierte der Defibrillator nicht und er saß einige Zeit in der Pampe und versuchte Herzdruckmassage. Genutzt hat es nichts.

    Ich hätte nach so einem Erlebnis über eine Berufswechsel nachgedacht.

  15. Zu meinen ersten Malen gibts nicht interessantes zu berichten, außer vielleicht das erste Mal ein MTB Rennen zu bestreiten mit so gut wie keiner Vorbereitung. 45 KM und 1200 HM gab es zu überwinden. Ich kam, glaub ich, als drittletzte ins Ziel und wollte niiiieee wieder ein Rennen fahren. Daran habe ich mich natürlich nicht gehalten.
    Das zu einem ersten Mal von mir. Danke, wenn einer den Kommi zuende gelesen hat *g*.

    Ich habe einen Heidenrespekt vor der Arbeit die ihr auf NEF und RTW leistet! Schön, daß es euch alle gibt.

  16. Ich erinnere mich an meine erste Geburt, die ich als Hebammenschülerin im zweiten Ausbildungsjahr mit meinen eigenen Entscheidungen und Händen begleitet habe. Furchtbar aufgeregt wünschte ich mir fast, das Kind würde einfach im Bauch bleiben, oder zumindest der Spätdienst bald erscheinen. Ich betreute eine Drittgebärende Chinesin, sehr nett und ob der Geburt mindestens genauso aufgeregt wie ich. „Ich wollte doch eigentlich keins mehr, jetzt muss ich da nochmal durch!“, ist der Satz den sie ständig wiederholt. Ihr Mann ist noch unterwegs, ich bin allein mit ihr – dokumentiere nebenbei und frage mich, warum ich all das eigentlich alleine machen muss. (Draußen ist viel zu tun, alle sind beschäftigt…Ich hingegen fühle mich auf diese Art irgendwie verloren).
    Im Vierfüßlerstand gibt sie Pressdrang an, meine Hände zittern so sehr, dass ich kaum steril in meine Handschuhe hinein komme und dann erst realisiere wie gut die Idee wäre die Hebamme dazuzuklingeln. Pflichtbewusst also die Handschuhe wieder aus, da höre ich die Frau ganz sachte knurren. Nicht gut! Das Kind kommt! Hilfe! Die Hebamme erscheint -Gott sei Dank-, setzt sich auf einen Hocker neben das Bett und nickt mir aufmunternd zu – der Kopf steigt an und ich animiere die Frau dazu, in ihre eigene Hand zu schieben. (Bis dahin hab auch ich meine Handschuhe an- furchtbar wenn alles schweißnass ist).
    Der Kopf ist geboren- und als die Hebamme gerade ansetzt mir zu erklären, dass nun die Schultern rotieren – halte ich das ganze Kind in meinen Händen.
    Ich bin hinterher so zittrig, dass ich es kaum schaffe, die Nabelvene für den PH zu punktieren…

    Hachja, die ersten Male, danach wird wirklich alles besser!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s