Nur mal so, aus Interesse…

… und weil es jederzeit gegen euch verwendet werden könnte…

Neiiiin. Ich hab da ein paar Fragen. Wär schön, wenn Ihr Lust und Zeit habt zwei Sätze dazu zu sagen und/oder ein Kreuzchen zu machen.

Denkt Ihr, Blogs von und für Mediziner bewirken im deutschsprachigen Raum irgendwas?

Kennt Ihr diese Ami-Blogs von Ärzten, die total kompetent und supi und berühmt sind? Warum gibts das bei uns nicht? Wieso müssen wir immer heimlich und mit Pseudonym bloggen?

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17 Gedanken zu „Nur mal so, aus Interesse…

  1. Ich habe keine wirkliche Antwort, wieso es das hier in Deutschland in dieser Form nicht gibt (ich lese allerdings auch diverse amerikanische Medizinerblogs), nur was mir aufgefallen ist bei denen, die aus der Praxis berichteten, dass nach einiger Zeit damit Schluss war, weil das eigene Haus Druck ausgeübt hat. Meiner Erinnerung nach ist das mindestens bei Anna und ihrem 8er Tubus Blog passiert und bei noch einem Blog an den ich mich leider nicht mehr erinnere, weil es danach still wurde.

  2. Ich kenne die angesprochenen Ami-Blogs nicht. Aber ich vermute, dass man anonym wesentlich freier schreiben kann. Man muss eben nicht andauernd aufpassen, ob man vielleicht irgendwem auf den Schlips latscht, und kann auch kritische Sachen veröffentlichen. (Abgesehen davon: Natürlich schreibt man anonym auch vorschtig, nur eben auf andere Weise.) Wenn die angesprochenen Ärzte allerdings so superberühmt sind, kann auch das ein Schutz sein, eine Art Freiheit verschaffen, die ein „kleiner“ unbekannter Blogger nicht hat. Bei uns beinhaltetnun mal jeder Arbeitsvertrag „Schweigepflicht“. Wie es damit in Amerika aussieht, weiß ich nicht.

  3. Es gibt viel zu wenig authentische Schilderungen des deutschen Mediziner- und Ärztealltags.
    Ich musste auch erst House of God lesen, um zu erfahren, dass ich mit dem Wahnsinn des Mediziner-Alltags nicht allein bin.
    Heimlich und unter Pseudonym?
    Hmmm, Gegenfrage: Warum unbedingt mit Klarnamen?
    Das deutsche Medizin-Wesen ist immer noch konservativer als das anglo-amerikanische. Man gilt als
    Nestbeschmutzer oder gilt als inkompetent, wenn man Zweifel oder Hader am System anbringt.
    Aber trotzdem wäre Klarname natürlich mutig und ein Schritt in die richtige Richtung.
    Wie auch immer, ob unter Pseudonym oder nicht: SEHR LESENSWERT!

  4. Was bewirken diese (anonymen) Blogs… Ich denke nicht, dass sie bahnbrechende, medizinische Entwicklungen fördern können 😉 Aber ich denke, dass sie für interessierte Laien einen guten Blick auf die Dinge werfen, die uns sonst verborgen bleiben und die wir sonst maximal aus Grey’s Anatomy kennen. 😉
    Deswegen lese ich das, weil ich das spannend finden, weil es mich interessiert wie es auf der anderen Seite aussieht. Und weil auch mal das ein oder andere Tabu gebrochen wird worüber man sonst nirgendwo was erfährt… (Todesfälle, Rettungseinsätze, etc.) Auch denke ich, dass der kinderdoc zum Beispiel für viele allgemeine Sachen Ratschläge gibt, die durchaus nützlich sein können.

    Wie das in Amerika ist weiß ich nicht, es hat mich bisher auch nicht interessiert. Ich denke aber nicht anonym bloggen macht auch angreifbarer. Das ist vielleicht egal, wenn man sowieso fürs schief gucken auf Milliarden verklagt werden kann, aber hier bei uns ist es vllt. nicht ganz so egal…

    • Ich kann mich dir eigentlich nur komplett anschließen.
      Die amerikanischen Blogs kenne ich aber auch nicht, ich würde sie aber möglicherweise auch lesen. Muss ich mir mal anschauen.

  5. Wir müssen nicht mit Pseudonym bloggen.
    🙂
    Zumindest bloggen Jan Dreher (Psychiatrie to go) und ich (Schräglage) unter unseren richtigen Namen. Psychiater halt …

  6. Hmmm, ich glaube der mind-and-brain-blog von Prof. Dr. med. Gerhard Gründer ist auch ohne Pseudonym.
    Ich glaube Blogs sind in Deutschland für einen derartigen Hype auch noch nicht bekannt genug. Aber ich kann damit auch vollkommen falsch liegen.
    Aber schön das du wieder schreibst.

  7. Keine Ahnung, wie viele Jahre ich schon Blogs aus dem medizinischen Bereich lese, aber in dieser Zeit sind so einige Blogs verschwunden, weil die Arbeitgeber der Blogger Druck gemacht haben. Je nachdem, was man schreibt, bewegt man sich da schon auf einem sehr schmalen Grad. Auf der einen Seite will man möglichst frei schreiben, auf der anderen Seite steht der Datenschutz und die Tatsache, dass man keine Rückschlüsse auf reale Ereignisse ziehen können sollte.
    So habe ich früher auch von vielen Einsätzen berichtet. Mittlerweile ist das aber vollkommen undenkbar, da auch Kollegen mein Blog kennen und ich nicht wirklich interessiert an Abmahnungen etc bin. Schwieriges Thema. Aber ich bereue es zutiefst, in meinem Blog meine Identität preisgegeben zu haben, da man einfach nicht mehr schreiben kann, was man will.

  8. Ich bin zwar kein Arzt, aber trotzdem blogge ich anonym. Es liegt vielleicht auch daran, dass ich im Moment nicht in einem Massenstudiengang unterwegs bin und trotzdem halbwegs frei bei der Themenwahl sein will. Allerdings klammere ich bewusst auch manche Themen aus, da sonst eine nicht ausreichende Verfremdung oder der Zufall so ziemlich jede Tarnung auffliegen lassen könnten. Abgesehen davon ist es bei uns doch auch ohne Schweigepflicht so: Über das Geschäftliche wird normalerweise Stillschweigen bewahrt.

  9. Hm interessante amerikanische Ärztebloggs? Danach muss ich mal suchen….
    Bis zur Rente kann auch ich nur anonym bloggen, sonst kriege ich keine Freelancer Aufträge mehr. Bis ich in Rente bin, wird sicher nicht mehr gebloggt, eventuell kann ich dann meine Gedanken automatisch irgendwo hochladen, oder sie schweben über mir, wie ein Hologramm…

  10. > Denkt Ihr, Blogs von und für Mediziner bewirken im deutschsprachigen Raum irgendwas?

    Was willst Du denn bewirken?
    Ich denke, die, die’s interessiert (wie mich) kriegen einen Einblick hinter die Kulissen. Ich finde die Hintergründe und auch einfach die Geschichten interessant. Muss nichts medizinisches sein, viele derjenigen, die ich lese/gelesen habe (gerade in dem Bereich scheint der ‚Nachschub‘ seit einiger Zeit eher knapp zu sein, siehe auch des Krangewarefahrers Kommentar), haben einfach ein Talent, auch die normalen Beziehungsgeschichten (neutral gemeint, auch Kollegen, Lieblingsfeinde etc.) unterhaltsam zu (be-)schreiben. Wenn dabei ab und an auch nützliche Informationen rüberkommen, anscheinend haben viele einen Hang, ab und an etwas zu lehren (toll!), um so besser.

    >Kennt Ihr diese Ami-Blogs von Ärzten, die total kompetent und supi und berühmt sind? Warum gibts das bei uns nicht? Wieso müssen wir immer heimlich und mit Pseudonym bloggen?

    Der Datenschutz. Ich bin ein großer Anhänger desselben, frage mich allerdings hier oft, wer da drauf kommen sollte, wer gemeint ist, bzw. was für Daten da rauskommen sollen. Logischerweise kann es sich ja wohl nur um die Kolleginnen und Kollegen der Schreibenden handeln, und die müssten eigentlich sowieso die Daten kennen. Vielleicht fühlen sich potentiell auch zu viele auf den Schlips getreten, ich weiß es nicht. Ich kann damit leben, dass deswegen anonym geschrieben wird. Ein wenig bedaure ich es auch, weil es schön wäre, wenn man der- oder demjenigen auch einfach mal persönlich Danke sagen könnte – so man sich denn träfe. Sorry, in der Praxis… falsches Wort, lieber Realität *g*, hoffe ich darauf, möglichst wenig mit eurer Zunft zu tun zu haben, zumindest auf ‚Kunden’seite 🙂

    Aber beim Tom habe ich damals die Gelegenheit ergriffen, als er einigermaßen in meiner Nähe ein Treffen veranstaltete, und das war schön und gut so.

  11. Mir gefällt , dass u.a. die Welpin hier und Annette (Medi Lern – Ärztin) anonym bloggen. Unter anderem weil deren beider Schreibstil unterhaltsam, witzig, traurig, spannend etc. ist.

    Ich selbst blogge halbanonym und achte darauf, keine allzu privaten Details preiszugeben. Mein Blog ist erst seit 2010 öffentlich zugänglich, weil er von WordPress so umgestellt worden ist.

    Manchmal wundere ich mich darüber, dass mein „Gekritzel“ jemanden interessiert, wie die Statistiken beweisen. 😉

    Ein händisches Tagebuch (ok, inzwischen sind es in knapp über 10 Jahren (2003-2014 ff.) 16 1/2 Tagebücher) führe ich auch, da stehen viele Erlebnisse detaillierter drinnen.

    Schreiben ist eine Hilfe, um Erlebnisse – positiv oder negativ – leichter verarbeiten zu können. So empfinde ich das – bezogen auf Tagebücher (händisch) und Blog (online).

    Herzlichst

    Andrea

  12. ich weiss nicht ob ein Arzt anonym bloggen muss, ich denke es kommt daher, weil er sich nicht outen will, dass vielleicht das krankenhaus das nicht gerne sieht. Denk ich mir. Ich mag ja medizinblogs sehr gerne weil ich da was lernen kann und weil die medizin an sich mich sehr interessiert. Es gab mal einen Pathologen der gebloggt hat, leider hat auch er seinen Blog gelöscht. das war mal interessant. Er hat aber auch anonym gebloggt. Vielleicht verlangt es die ärztliche schweigepflicht, dass der Arzt anonym bloggt. meine ich.

  13. So, ich senfe dann auch mal meine Gabe hierzu.

    Ich fange mal mit den Ami-Blogs an. Die kenne ich nicht. Höre hier erstmalig davon. Kannst du ein paar Beispiele dazu geben? Zugegebenermaßen kenne ich auch nur wenige deutschsprachige Medizin-Blogs. Bin nur via Twitter auf dich, dann auf deinen Blog und von hier auf ein paar andere interessante Blogs gestoßen.
    Wenn ich mir das jedoch richtig vorstelle, gibt es so etwas wie in den USA bei uns sehr wohl, manchmal sogar mit Klarnamen und in einer für manche etwas altmodisch anmutenden Form.

    Da ich mir vor einiger Zeit angewöhnt habe – und es nun nicht mehr missen möchte – die jede Woche die FAS zu lesen, fiel mir da vor einiger Zeit etwas auf. Im Abschnitt „Leben“ wechseln sich 2-wöchentlich ein Allgemeinarzt (mit Klarnamen) und derzeit ein Anästhesist, bis vor kurzem eine Chirurgin (jeweils ohne Namensnennung) mit einer Kolumne über das Arztleben ab. Manchmal mehr ratgeberartig, manchmal eher so Erlebnisse aus dem Innern der Medizin.
    Sind die von dir erwähnten Ami-Blogs damit in etwa vergleichbar?

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