Nur mal so, aus Interesse…

… und weil es jederzeit gegen euch verwendet werden könnte…

Neiiiin. Ich hab da ein paar Fragen. Wär schön, wenn Ihr Lust und Zeit habt zwei Sätze dazu zu sagen und/oder ein Kreuzchen zu machen.

Denkt Ihr, Blogs von und für Mediziner bewirken im deutschsprachigen Raum irgendwas?

Kennt Ihr diese Ami-Blogs von Ärzten, die total kompetent und supi und berühmt sind? Warum gibts das bei uns nicht? Wieso müssen wir immer heimlich und mit Pseudonym bloggen?

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I had a dream last night…

… und als ich aufgewacht bin, war sie immer noch da, meine bekloppte Idee:

In nicht mehr allzulanger Zeit (na gut, noch 2 Jahre, aber was ist das schon) wird der Chirurgenwelpe ein ausgewachsener Chirurg sein. Keine Ahnung, wie es dann weitergeht. Bis gestern. Da hab ich mir folgendes überlegt:

Die noch druckfrische Facharzturkunde wird erstmal in eine Schublade gepackt. Der Welpe packt auch ein paar Sachen, schnappt sich sein Around-the-World-Ticket und fährt los. Zu Freunden in aller Welt. Schaut sich Notaufnahmen an und OPs überall, von Alaska über Asien bis Feuerland. Von medizinischer Grundversorgung im Himalaya bis zum Schockraummanagement in Chicago. Die Flying Doctors in Australien und ein Mercy Ship vor Afrika. Ein MVZ in Castrop-Rauxel und eine Buschklinik in Namibia. Höhenmedizin auf Alpentouren und Tauchmedizin in der Karibik. Überall ein bisschen mitspielen und ganz viel lernen.

Und selbstverständlich wird darüber gebloggt. Nicht täglich (ihr kennt das), aber doch immer wieder.

Ein Jahr lang um die Welt und die verschiedenen Facetten der Notfallmedizin und Chirurgie kennenlernen und davon erzählen.

Was ich brauche:

Geld – spar ich.

Freunde in aller Welt – hat man für sowas nicht Twitter? Und euch? Und eure Freunde? Wo muss ich unbedingt hin?

einen ordentlichen Plan – muss ich machen.

Ich schlaf noch ein paar mal über diesen Gedanken. Aber vielleicht taucht bald neben der „About“-Seite noch eine „Bekloppter-Plan“-Seite auf. Dann könnt ihr zuschauen, wie aus der bekloppten Idee ein Plan und dann irgendwann Realität wird – vielleicht.

Jetzt mal im Ernst: Was haltet ihr davon?

Zapfenstreich

ist ja heute, vom Herrn Wulff, BuPrä a.D.

Aber darauf will ich eigentlich gar nicht hinaus. Zapfenstreich war nämlich auch für den neuen Kollegen. Nur ohne Wunschmusik. Nach einem eindringlichen Gespräch mit den Vorgesetzten hat man sich einvernehmlich darauf geeinigt, seinen Vertrag nach Ende der Probezeit auslaufen zu lassen.

Durch die Reihe der Assistenten ging ein erleichtertes Raunen. Dem ganzen vorweggegangen ist eine schier unendliche Liste an kleinen Verpeilern, größeren Ungeschicklichkeiten und gefährlichen Beinahekatastrophen. Der NK hat in den sechs Monaten, die er bei uns verbracht hat, gefühlt tatsächlich GAR NIX gelernt. Und als wir „erfahrenen“ Assistenten (oh, ja, da steht es. Welpenschutz greift sowas von nicht mehr in der Realität… ich bin eine von den Großen!) den Oberärzten dann kommuniziert haben, dass wir bitte-danke keine Dienste mehr mit NK machen werden (weil allein ihn zu beaufsichtigen ein Vollzeitjob ist, wer macht denn dann die Patientenversorgung), da haben sie dann aufgehorcht, sich das eine Weile angeguckt, versucht, einen Weg zu finden, und schließlich die Konsequenzen gezogen.

Was mich angeht, ich schwanke zwischen Mitgefühl und Erleichterung. Mitgefühl, weil es glaube ich ganz fürchterlich ist, gesagt zu bekommen, dass man für einen Beruf (seinen Traumberuf?!) nicht geeignet ist. Kann einen ja auch schonmal runterziehen. Wenn ich dann irgendeinen seiner Aufnahmebögen in der Hand hatte und sehe, wie er mit schwarzem Füller und Schönschrift die Familienanamnese der Tante vierten Grades auch noch aufgeschrieben hat, dann rührt mich das ja ein bisschen. Mühe hat er sich schon gegeben, zwischendurch. Nur dann muss ich daran denken, dass er für besagten Anamnesebogen (bei einer Patientin, die z.B. zur Gallenblasenentfernung kam) 3-4 Stunden gebraucht hat, und außerdem vergessen hat, die Medikamentenallergie der Patientin zu erwähnen, und sich außerdem dann Überstunden aufgeschrieben hat, die er mit „Stationsarbeit, die die Kollegen nicht geschafft haben“ begründet hat, dann überwiegt doch wieder die Erleichterung.

Es ist ja aber auch so, dass man manchmal, wenn eine Gruppe anderer erst einmal ein Bild von einem hat, gar keine Möglichkeit hat, dieses wieder zu revidieren. Wenn einmal alle denken, man ist ein nutzloser Trottel, dann wird glaube ich auch nur noch selektiv wahrgenommen und man selber wird immer unsicherer und ist irgendwann tatsächlich ein nutzloser Trottel.

Von daher hoffe ich, dass der Gute sich berappelt und irgendwo anders (vielleicht nicht gerade einem Maximalversorger) in Ruhe von vorne anfangen kann.

Was bleibt, ist ein neues Wort. So wie wulffen. Wenn jemand einen Arztbrief aus irgendwelchen Gründen nicht rechtzeitig fertig gemacht hat und es dann prokrastiniert, sagt er: ich habe den Brief „geneuerkolleget“. Ihr versteht schon.

Chirurgie…schön wie nie!

Haha… der Welpe ist back in da Hood… Homezone, quasi. Seit heute bin ich raus aus dem Elfenbeinturm. Ein letzter mittelwilder Nachtdienst um das neue Jahr einzuläuten (das war toll 1.1.11 auf die Transfusionsprotokolle zu schreiben!), ein freies Wochenende und jetzt bin ich wieder Chirurgin. Na, man wird sehen… aber: „ich liebe den Duft von Sterilium am Morgen!“
Ich brauche einen neuen Untertitel für mein Blog.