Arbeitgeberfreundliche Krankheiten

Kennt ihr das? Pünktlich in den letzten Stunden eures letzten Dienstes vor mehreren freien Tagen fängt es an im Hals zu kratzen. Man friert ein bisschen, hat ein bisschen Gänsehaut, hüstelt vielleicht ein-, zweimal. Im Auto nach Hause fängt dann der Schüttelfrost an, und dann heißt das Programm für die freien Tage: Wolldecke, Wärmflasche, Sofa… argh.
Hoffentlich bin ich bis Silvester wieder fit. Da hab ich nämlich Nachtdienst!

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Rechenbeispiel

Man nehme eine Intensivstation, deren Herzstück 9 motivierte Assistenzärzte darstellen, welche durch die weise Planung des leitenden Oberarztes in einem sinnigen Dreischichtsystem die Fahne der Maximalversorgermedizin und das medizinische Versorgungsniveau auf der kompetentesten aller Intensivstationen hochhalten.

Man schicke drei von denen gleichzeitig in Urlaub (WER HAT SICH DAS AUSGEDACHT! UND WARUM HAB ICH KEINEN URLAUB??? IMMER NUR DIE ANDEREN, MENNO!!!!).

Von den verbleibenden 6 Assistenten lasse man 2 krank das Bett hüten.

Von den verbleibenden 4 Assistenten lasse man eine so jung und unerfahren hoffnungsfroh sein, dass sie nicht alleingelassen werden kann.

Bleiben?

Richtig. 3. In Worten: Drei.

Für ein Dreischichtsystem. Da kann dann jetzt jeder auch selbst weiterrechnen, wie lang das gutgeht. Und natürlich pünktlich zum Wochenende. Klar, ich spring natürlich gerne ein. Mein viertes Wochenende in Folge, dass ich an meinem wärmenden und lärmenden Lieblingsarbeitsort verbringen durfte. Hurra.

Dafür hab ich heute frei, sozusagen. Ich muss ja erst abends antreten, zum Nachtdienst.

Den ganzen Tag Zeit für mich…

…mir ist langweilig.