Sonntagsdienst

Merke:

Wenn ASS Sonntags alleine Tagdienst hat und bloggen kann, ist es ein ruhiger Tag. Zumindest für mich. Meine Patienten laufen weitgehend auf Autopilot, oder sind Ende der Woche operiert worden und bleiben nur aus Sicherheitsgründen übers Wochenende auf der Intensivstation… wobei Sicherheitsgründe ggf. auch heißen kann, dass die Hemmschwelle höher ist, uns nach einem Bett zu fragen, wenn im Computer unsere ganze Station belegt ist… chhrrrr. „Naja, wir behalten Sie besser noch eine Nacht hier, Frau *Hemikolektomie links am Freitag*“.

Im OP scheint es weniger ruhig zu sein, die rödeln den ganzen Vormittag schon vor sich hin. Ich hab nur ein paar Schlagworte aufgeschnappt heute morgen, aber die Kombination aus COPD, alt, dick, Raucher und „akutes Abdomen nicht näher bezeichnet aber seit 5 Stunden im OP“ hört sich so an als sollte ich vielleicht demnächst mal einen unserer Joker verlegen. Wenigstens ist noch keiner von der Anästhesie-Pflege hier vorbeigekommen um sich Arterenol zu schnorren, wenn das passiert, können wir uns meistens drauf einstellen dass sich ordentlich was zusammenbraut.

Ich glaube ich werde *privatversicherten Lehrer mit Furz quer und Blutdruck* in sein Einzelzimmer auf die Parkett-und-Teppichboden-Wohlfühlstation zurückschicken. Der nervt eh nur: „ich hatte eine fürchterliche Nacht…“ „diese Schmerzen…“ „wissen Sie, ich KANN auf dieser billigen Matratze einfach nicht liegen…“ „zu Hause habe ich ja ein Wasserbett…“

Auf gehts: Ich habe eine Aufgabe!

 

Ach, ja, fürs Protokoll:

Dinge, die heute NICHT passieren sollten, damit ich meine Sonntagslaune bewahre:

1. Polytrauma

2. Reafunk

3. Reanimation bei uns auf der Station

4. wenn der *armer Gomer der nicht sterben darf weil die Verwandten Maximaltherapie wünschen* intubationspflichtig wird RASTE ICH AUS.

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