Der neue Kollege…

Januar 17, 2012

… gibt sich weiterhin alle Mühe, seinen ersten Eindruck zu halten und vielleicht auch noch zu übertrumpfen. Nachdem er sich im letzten halben Jahr durch unglaublichsten Größenwahn („den Brief kannst Du ausdrucken, den hab ich schon gegengelesen, ist ok so“ – Hallo?!) und unglaublichste manuelle („Also hier im OP greifen die Pinzetten ja irgendwie alle nicht“) und soziale („Ich arbeite hier nur noch weg, was der Stationsarzt wieder nicht geschafft hat“) Ungeschicklichkeit hervorgetan hat, hat er heute den Vogel abgeschossen. Jemand hat seinen Schrank geöffnet und die ein oder andere Akte gefunden, die er „nochmal in Ruhe durchgehen“ wollte, bevor er den endgültigen Entlassbrief dazu schreibt. Hallo? Es handelt sich um chirurgische Entlassbriefe. Erst ein stationärer Aufenthalt von mehr als drei Monaten rechtfertigt hier mehr als einen Dreizeiler. Naja. Wie dem auch sei, zu Gute halten muss man ihm, dass er es ja gründlich machen wollte mit den Entlassbriefen. Jetzt wurde er für den Rest der Woche von der Stationsarbeit freigestellt, damit er endlich diese Briefe schreibt. Gefühlt sind in diesem Schrank mehr Akten als wir 2011 an Patienten hatten.

Könnte mir ja egal sein, denkt ihr? Der arme Kerl, denkt ihr? Mitnichten. ICH darf die ganzen Briefe jetzt gegenlesen, bevor der Oberarzt unterschreibt. Weil wir ja auf einer Station „zusammen“-arbeiten. Hey, voll schön. Ich wollte schon immer mal Führungspositionen innehaben und Verantwortung und so. Hat wer nen Strick für mich?

Bleibt nur zu hoffen, dass er das mit der Freistellung von der Stationsarbeit ernst nimmt. Dann muss man ihm weniger hinterherräumen. Beim Briefe schreiben kann er auch nicht so viel kaputtmachen, hoffe ich. Gnah.

Twitter

Januar 15, 2012

So. Habe jetzt Twitteraccount. Bin sehr stolz, da Vorsatz noch im Januar in Tat umgesetzt. Hurra. Jetzt erst mal gucken wie das läuft da mit diesen Sachen auf Twitter. Mal sehen.

Ansonsten nix Neues.

Zusammenhangloses

Januar 11, 2012

1.: erwäge zu twittern. Noch eine Web2.0-Geschichte, wegen der ich ein schlechtes Gewissen haben kann, weil ich so lang nix schreibe. Allerdings Hemmschwelle wohl (offensichtlich) nicht so groß. Und Artikel kürzer. Und wahrscheinlich DAS Prokrastinationstool vor dem Herrn. Vielleicht wird aber auch eine Revolution daraus geboren. #wiedemauchsei

2.: Norman geht es gar nicht gut. Der Arme. Ich glaub er packts nicht. Die Frage: DNR? Organspende? Oh weia.

3.: Hurra, bei Nr. 1 zum ersten Mal in meinem Leben ein #Hashtag benutzt. Rege mich ständig über #Leute auf, die #ständig #sinnlose #Hashtags #benutzen…

4.: Diese Woche gar keine Dienste, nur Kernarbeitszeit. Weiß nix mit mir anzufangen

5.: Nr. 4 war ein Scherz.

6.: Zumindest teilweise.

7.: Kommt eigentlich bald der Sommer? Das hätte ich sehr gerne.

8.: muss aber erst 10 Kilo abnehmen. Zwecks Bikinifigur. Sollte in zwei Wochen klappen (Dies ist eindeutiger Mädchencontent, @docangel!)

9.: Fahr bald Skifahren. Kriege im Moment allerdings schon Muskelkater, wenn ich beim NEF-Fahren 3x mit den (sehr schweren!!) Stahlkappenschuhen und dem Koffer in den zweiten Stock muss. Wohl nicht so 100% in Form, gerade…Wird hart. Werde Ibuprofen und Pantozol einpacken, hilft auch gegen den Kater nach dem Après-Ski. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Bin eben doch ein Fuchs.

10. Genug für heute. Gute Nacht!

Neues vom NEF/2

Januar 7, 2012

Ich hab ja das neue Jahr mit einem lecker NEF-Dienst eingeläutet.

Bilanz:

24 h, 16 Einsätze.

Male, die ich mich ein bisschen über die Leitstelle aufgeregt habe: 3

Male, die ich die Leitstelle aufs stärkste verwünscht habe: 1 (nachts, halb 5, sinnfrei)

Male, die ich über den schlechten Witz meines Fahrers gelacht habe: 16 („oh ha, Verdacht auf Einsatzstelle“)

Male, die ich vom Melder aufgewacht bin: 3,5 (3x Nachts, 0,5x Nickerchen)

Male, die wir bei McDo ungesundes Zeug konsumiert haben: 2

Male, die wir gesunde Sachen gegessen haben: 0,5 (1/2 Banane)

getrunkene Kaffees: geschätzt 7-8

gefahrene Kilometer: 214 (es lebe die Stadtrettung)

Male, die wir den Pat. nicht gefunden haben: 1

Überflüssige Alarmierungen: 3-4

Male, denen wir Pat. geholfen haben: ca. 10

Male, die wir uns mit Pat. geprügelt nicht so gut auf das Transportziel einigen konnten: 1

Male, die wir geblitzt wurden: 10

Patienten, die wir zu Hause gelassen haben: 2

Leben, die wir gerettet haben: 1? oder 2.

Neujahrswünsche

Januar 1, 2012

Liebe Blogleserinnen und -leser (Vorsatz Nr. 1/2012: Genderstreber werden)

ich wünsche euch ein tolles, gesundes, aufregendes, glückliches, frohes, faszinierendes Jahr 2012!

bis bald (Vorsatz 2/2012: regelmäßiger schreiben),

der Chirurgenwelpe (Vorsatz 3/2012: sich weiter jung und wild fühlen)

Norman

Dezember 7, 2011

Es gibt ein neues Familienmitglied:

Norman, die Nordmanntanne. Größe: 90 cm, Gewicht: gefühlte 50 kg. Die stolzen Eltern freuen sich sehr. Er wächst noch, denke ich, das sieht man am Topf. Der sieht ziemlich überdimensioniert aus für unseren kleinen Schatz.

Auf dem Beipackzettel steht allerdings, Norman sei nur „bedingt kulturfähig“. Was bedeutet das jetzt? Sollen wir die Süddeutsche abbestellen und dem Jungen dafür ab und an mal ne „BamS“ kaufen? Wird er sich in suizidaler Absicht von seinem Tischlein werfen, wenn wir präweihnachtliche Hausmusik mit diversen Streichinstrumenten und Klavier zum Besten geben? Braucht er regelmäßig Bus(c)hido-Musik? Oder Schlager?

Wir werden sehen. Vielleicht kann sein neues, liebevolles Umfeld ihn auch sanft auf einen kulturreicheren Weg führen. Nature vs Nurture, die ewige Frage.

Werde ihm heute vorsichtig ein bisschen klassische Musik vorspielen. Er wird sich schon melden, wenn ihm das zu viel wird.

Lieber neuer Kollege…

September 29, 2011

… keine Sorge, alle haben Verständnis dafür dass Du Anfänger bist. Niemand erwartet, dass Du alles kannst. Aber bitte, bitte hör auf so zu tun als wärst Du der Oberpeiler. Hör auf, selbstständig Entscheidungen zu treffen, über deren Tragweite Du Dir nicht im Klaren bist, weil Du es nicht für nötig hältst, Dir Hilfe zu holen. Hör auf, alle rumzukommandieren als wüsstest Du als einziger Bescheid.

Du gefährdest die Harmonie der Abteilung, die Sicherheit der Patienten und nicht zuletzt Deine eigene Gesundheit, denn Du strapazierst meine Nerven sehr. Zu sehr.

Oh weia: der Junge macht mich wahnsinnig. Es wird noch zu berichten sein…

Fünf Bücher

September 26, 2011

Ich sitze hier mit einer meiner liebsten Freundinnen und wir prokrastinieren fleissig Dinge, die dringend zu tun wären.
Stattdessen surfen wir im Internet und finden dieses Blog. Hier stellen die unterschiedlichsten Leute ihre fünf Herzensbücher vor. Machen wir auch, haben wir gedacht.

Also:

1. Die Brüder Löwenherz
ein Klassiker von Astrid Lindgren, die sowieso jede glückliche Kindheit begleiten sollte. Abenteuer, eine Traumwelt, man muss schon gleich am Anfang weinen. Deswegen werde ich es wahrscheinlich meinen Kindern auch nie vorlesen können. Werde nämlich bestimmt ungehemmt schluchzen. Wunderbares Buch, immer wieder.

2. Harry-Potter-Reihe
Zauberwelt. Ich versuche immer wieder, Details in die Realität rüberzuholen, klappt aber nie: „Accio, Stauschlauch!“. Oder so. Ich muss wohl noch üben.

3. Extrem laut und unglaublich nah
Das komischste und traurigste Buch zugleich. Hat meine Gastautorin für mindestens 12 Monate für alle anderen Romane verdorben. Wirkt nach.

4. Stolz und Vorurteil
hat alles, was ein gutes Buch braucht: Witz, Tragödie, Missverständnisse, Drama, Verrat und Mr. Darcy… und es ist ein bisschen wie Zuckerwatte.

5. Dr. Ankowitschs kleines Konversationslexikon
wie eine Schachtel Pralinen: schnell zwischendurch einen kleinen Absatz genießen und sich freuen. Außerdem das perfekte Geschenkbuch. Und man lernt auch noch was. Manchmal. Die anderen Werke des Kollegen Ankowitsch sind ebenfalls empfehlenswert.

So. jetzt haben wir darüber geredet. Jetzt könnten wir wieder arbeiten. Theoretisch. Oder vielleicht erstmal nen Kaffee? Argh. Wir finden übrigens, dass es viel mehr Bücher gibt, die unglaublich toll sind, und wir finden es sehr schwierig zu werten. Eigentlich gibt es für jede Lebenslage mindestens fünf passende Bücher. Aber das würde hier den Rahmen sprengen. Wir haben schließlich noch zu tun…

Neues vom NEF

September 15, 2011

1-82-x an Leitstelle: Sprechwunsch.
LS: Joa?
Wir: Frei am Klinikum, würden auf die Wache fahren, was essen.
LS: guten Appetit.

5 Minuten später:
LS: 1-82-x?
Wir: Joa?
LS: Standort?
Wir: vor der Wachentür.
LS: Sorry, aber ihr müsstet mal…
düdelüüt.

Stunde später. Wir lassen uns gerade das Tor aufmachen.
LS: 1-82-x?
Wir: Vor der Wache, wollen essen.
LS: äh, könntet ihr noch kurz…
düdelüüt.

Stunde später. Wieder vor dem Tor zur Feuerwache.
LS: 1-82-x?
Wir: Nee, oder?
LS: wisst ihr, was ne Serie ist?
düdelüüt.

Nächster Versuch. Wir stehen wirklich wieder direkt vor der Wache. Direkt davor. Schon abgeschnallt. Tür fast auf. Sehr hungrig.
LS: 1-82-x?
Wir: …?
LS: Ich hoffe Ihr habt Schokoriegel an Bord…
düdelüüt.

Gab dann Pommes beim großen M. Viel später.

TMI

August 7, 2011

Too much information:

ich: „ziehen sie bitte schonmal die Hose aus, ich hole das Ultraschallgerät, dann schauen wir nach Ihren Venen.“
*verlasse das Zimmer*
*betrete das Zimmer mit Sono*
Pat. untenrum nackt.
ich: „die Unterhose hätten Sie aber anlassen können“
Pat.: „ach Frau Doktor, ich trage nie Unterhosen! Früher hatte ich immer Tangas an, aber die ziehen sich immer so rein“

FTMI: FAR TOO MUCH INFORMATION!!


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